Wenn ich solche Dokus sehe, dann denke ich mir, dass der Spritpreis ja gar nicht hoch genug sein kann. Der Junge der Familie fährt 500 Meter zur Arbeit mit dem Auto, weil er “gehfaul” ist. Der Vater nimmt für die 30 km zur Arbeit einen spritdurstigen Pickup, jammert aber über die Spritpreise. Und auch die Mutter fährt (selbst im Sommer) lieber die 5 Kilometer zur Arbeit mit dem Auto, weil sie sonst 20 statt 8 Minuten für den Weg bräuchte.
Kann man das so sagen? Der Tankrabatt ist gescheitert! Die FDP-Idee führt nun dazu, dass die 3 Milliarden Steuerreduzierung nicht bei den Verbrauchern ankommt, sondern in den Gewinnbilanzen der Mineralölkonzerne.
Es gibt frische Ideen, Lebensraum in der Stadt attraktiver für die Menschen selbst zu machen, indem der Platz für Autos reduziert wird. In New York etwa gibt es die Idee 25 Prozent der Straßenfläche für Autos zu sperren.
Heute bin ich eine Runde mit dem Rad durch die Stadt gefahren. Ganz zufällig hatten auch viele andere Leute genau dieselbe Idee am selben Ort. Also haben wir einen „geschlossenen Verband“ gebildet und durften so auf der Straße fahren (viel angenehmer als auf den schlecht ausgebauten Radwegen!) und auch weiterfahren, wenn die Ampel schon wieder rot wurde.
Ich muss zugeben, ich habe noch nie ein Lastenrad ausprobiert. Aber irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass ein Lastenrad doch unpraktischer als meine Kombination aus Fahrrad und Anhänger sein muss.
Bei SPIEGEL habe ich grad eine Kolumne von Christian Stöcker – zu meinem neuen Lieblingsthema “Mobilität” – gefunden, die mal wieder ausspricht, was ich auch denke. Es geht um die (temporäre) Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel und dass davon ja die am meisten profitieren, die sich völlig ungezwungen für Spritfresser entschieden haben.
Der WDR hat zwei Familien aus der Stadt-Peripherie bei dem Selbstversuch, für eine bestimmte Zeit komplett auf das Auto zu verzichten, begleitet. Dabei sind die Familien auf einige Probleme gestoßen, konnten sich mit der Zeit aber doch irgendwie arrangieren und bei einer Familie entstand dann sogar das Fazit, nach dem Experiment eins von zwei Autos zu verkaufen.
Die nervenaufreibende Parkplatzsuche, die ich immer erlebt habe, wenn ich zuhause parken wollte, war ein wichtiger Grund, letztes Jahr mein Auto zu verkaufen und stattdessen mehr auf Carsharing und Fahrrad zu setzen. Ich wohne in einem beliebten Viertel mit vielen Mehrfamilienhäusern, wo einige Familien nicht nur ein sondern gleich zwei Autos, meist sogar SUVs oder Busse, besitzen und diese auf der öffentlichen Straße abstellen, da es kaum Privatparkplätze gibt.